Consulting für Transportunternehmen

LEISTUNGEN

Ein fiktives Interview mit Britta Scherer
Welche Veränderungen haben Sie am Markt für Logistikberatung in den letzten Jahren festgestellt?

Kaum ein Unternehmen ist heute noch bereit für aufwändige Analysen viel Geld auszugeben. Es gilt möglichst rasch – mit heute sicherlich leichter zu ermittelnden Daten als noch vor ein paar Jahren – die Basisstrukturen aufzuarbeiten. Spannend ist dafür umso mehr der strategische Effekt von Logistikberatung. Schließlich befinden wir uns im globalisierten Markt. Produkte, die in Osteuropa oder in Fernost gefertigt werden, bedingen immer physischer Bewegungen, um in die Absatzmärkte von Deutschland, Europa und Amerika zu gelangen.

Apropos Logistikstrategie, Sie sprechen davon als einem Ihrer "Hauptprodukte" in der Beratung. Eine Nische für externe Berater?

Oh ja. Sehen Sie, Logistikstrategien werden in der Regel aus den Vorstandsetagen angestoßen und dann zumeist für einen Zeitraum von 3-5 Jahre festgezurrt. Welche interne Abteilung soll hierin die Erfahrung aufbringen, die richtigen Weichen zu stellen? Methodik, verwendete Simulationswerkzeuge und kaufmännische Bewertung, nicht zu vergessen die Evaluierung des Logistikmarktes sind dafür unabdingbar. Ich gestalte auf diese Weise schon seit mittlerweile zwölf Jahren Logistikstrukturen.

…wie sieht mit Ausschreibungen von Frachten aus?

Zugegeben, ein Klassiker. Jedem unternehmerisch Handelnden muss es zugestanden werden, von Zeit zu Zeit seine eingekauften Leistungen – und das sind Frachten als Logistikdienstleistung am häufigsten – am Logistikmarkt neu auszuschreiben und zu verhandeln. Allerdings kam es in den vergangenen Jahren nicht nur zu einem erheblichen Kostenanstieg im Transport sondern auch zu einer Marktkonsolidierung. Beide Effekte haben zu tendenziell höheren Frachtraten geführt. Laderaumüberhänge gibt es als solches derzeit auch nicht mehr. Also kann es kein "Bankdrücken" mehr mit Transportdienstleistern geben, sondern nur ein partnerschaftliches Austarieren von Leistung und Preiswürdigkeit.

Mehr und mehr nehmen sich solcher Themen aber auch größere Logistikdienstleister an. Sind das für Sie ernst zu nehmende Wettbewerber?

Ja und nein. Sicher werden in diesem Umfeld Beratungsleistungen durch Bezuschussung aus dem operativen Geschäft abgerechnet, wohingegen ein "reiner" Consultant ausschließlich vom dem Beratungsumsatz lebt. Zunächst also ein "Bonbon" für den Auftraggeber. Aber letztlich muss aus Kundensicht doch in die Waagschale geworfen werden, dass das Ziel dieser Beratungsleistung von Logistikdienstleistern immer ein langfristiger Vertrag für das eigene Unternehmen angestrebt wird. Deshalb kann es schon rein praktisch kein neutrales, i.S. des Auftraggebers optimales Ergebnis geben. Aus dem "Bonbon" wird dann bei Realisierung oft eine "bittere Pille".

 

Sie bedienen als Kunden sowohl Industrieunternehmen, Handelsunternehmen als auch Logistikdienstleister. Ist das kein Widerspruch?

Diese Frage kann ich ganz klar mit nein beantworten. Im Gegenteil. Wer Supply Chains richtig versteht, kann und muss sich in die Anforderungen jedes Teilnehmers eindenken können. Ich vertrete ohnehin nicht ausschließlich "handelsgetriebene", "Dienstleister getriebene" oder "Hersteller getriebene" Versorgungsketten. Hier kommt es stark auf das Marktumfeld und die größere Optimierungsmasse an. Logistikdienstleister sind doch auch kein notwendiges Übel mehr, die im Versandbüro abgefertigt werden. Längst haben sie sich an die Kernfunktionen Steuerung / Planung herangewagt. Stichwort 4PL oder gar 5tPL.

Welche Entwicklung sehen Sie für Beratungsunternehmen in Ihrer Größe? Von der Einzelunternehmerin zur mittelständischen Logistikberatung?

Heute ist es doch nicht mehr entscheidend, aus wie vielen Beratern ein Unternehmen besteht. Hier hat es in den letzten Jahren eine starke Konsolidierung gegeben. Einige wenige große Unternehmen und viele Einzelunternehmer. Meine Kunden arbeiten mit mir, weil sie von mir vom Angebot bis zum Abschlussbericht alles aus einer Hand bekommen. Kommunikationswege sind kurz. Reibungsverluste durch interne Weitergabe gibt es nicht. Vororttermine werden auf das beschränkt, was sie erreichen sollen: nämlich Erkenntnisgewinn. Auf diese Art und Weise kann eine rasche Bearbeitung auch als One-Woman-Show gewährleistet werden. Mittelfristig möchte ich mich aber mit ein bis zwei Partnern verstärken, die Erfahrungen aus weiteren Branchen einbringen und natürlich ein Netzwerk.

…deshalb treten Sie am Markt auch nicht als Scherer Logistikconsulting auf, sondern unter einem anderen Branding?

In der Tat. SonoLog steht für "Ich bin Logistik", was meine starke Affinität zu meinem Spezialgebiet, aber auch zu meinen Kunden widerspiegeln soll. Hierbei ist alles offen. Sobald mir jemand begegnet, der ähnliche Begeisterung für logistische Fragestellungen mitbringt, ist die Idee erweiterbar und – davon bin ich überzeugt – auch am Markt verkaufbar.